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Prozessmanagement und Corporate Social Responsibility – Wie passt das zusammen?

Prozessmanagement oder auch Prozessoptimierung ist vielen Leuten bereits ein Begriff, doch wie spielen Prozessmanagement und Corporate Social Responsibility zusammen? Im Prozessmanagement stehen die internen Unternehmensabläufe im Vordergrund. Ziele einer Prozessmanagement-Initiative können zum Beispiel die Verminderung von Risiken, die Kostenreduktion, oder auch die Einhaltung von Compliance-Richtlinien sein. Nicht selten geht es darum, die Ressourcen bestmöglich einzusetzen und die Prozesse so zu optimieren, dass unnötige Liegezeiten, Prozessschleifen und Mehrarbeit reduziert bzw. abgeschafft werden. Genau hier kommt nun auch Corporate Social Responsibility ins Spiel. 

Zunächst könnte man den Eindruck bekommen, dass die beiden Themen nichts miteinander zu tun haben und völlig separat betrachtet werden sollten. Doch bei genauerem Hinsehen stellen wir schnell fest, dass Prozessmanagement und Corporate Social Responsibility eine wertvolle Kombination darstellen, die es Unternehmen ermöglicht zwei Ziele miteinander zu verknüpfen. Zum einen das Ziel die Unternehmensleistung zu verbessern und Schwachstellen zu reduzieren und gleichzeitig auch das Ziel nachhaltiger zu werden und Ressourcen zu schonen.

Prozessmanagement Grundlagen

Prozessmanagement, oder wie es im Englischen heißt, Business Process Management ist eine Management-Methode um Geschäftsprozesse zielorientiert zu dokumentieren, zu analysieren, zu optimieren und zu steuern. 

Geschäftsprozesse oder auch kurz Prozesse sind eine wiederkehrende Abfolge von Aktivitäten, die jeweils durch ein Start- und Endereignis, definiert sind, die sogenannten “Ende-zu-Ende-Prozesse”.

In einer umfassenden Prozessmanagement-Initiative werden in einem Unternehmen in der Regel alle Prozesse einbezogen. Dies ist wichtig, da der Start und das Ende eines Prozesses in unterschiedlichen Abteilungen liegen kann (aber nicht muss) und es daher umso wichtiger ist, klar zu definieren, wie ein Prozess ablaufen soll, welcher Input wann benötigt wird und mit welchem Output gerechnet werden kann. Gleichzeitig dient die Optimierung der Prozesse auch dazu, Ressourcen, wie Zeit, Geld, Arbeitskraft, Materialien und Rohstoffe ohne Verluste einzusetzen. Genau hier sehen wir nun auch die Verbindung zu Corporate Social Responsibility.

CSR-Management als Ergebnis von optimierten Prozessen?

Wenn ein Unternehmen sich darum bemüht die eigenen Prozesse zu verstehen und zu optimieren, trägt es häufig gleichzeitig dazu bei, die Unternehmensabläufe nachhaltiger zu gestalten. Wenn die Prozesse in einem Unternehmen so optimiert sind, dass keine Rohstoffe verschwendet, keine unnötigen Fahrten erbracht oder Produkte hergestellt werden, die nicht benötigt werden, zahlt dies auch auf die Nachhaltigkeit ein.

Wie bereits in dem Artikel “Was ist Corporate Social Responsibility” beschrieben gibt es viele verschiedene Treiber für Corporate Social Responsibility und auch verschiedene Arten der Umsetzung von CSR. Schauen wir uns mal an einem Beispiel an, wie die Umsetzung durch die Kombination von Prozessmanagement und CSR aussehen kann.

Energienutzung: Praktisches Beispiel

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Ein Unternehmen benötigt für die Herstellung seiner Produkte viel Energie, da die Maschinen einen hohen Energiebedarf haben. Im Rahmen der internen Prozessoptimierung werden die Abläufe im Unternehmen so optimiert, dass die Maschinen keinen Leerlauf haben und optimal ausgelastet sind, so dass sie keine unnötige Energie verschlingen. Wenn das Unternehmen gleichzeitig noch auf Ökostrom wechselt, hat es mit dieser Initiative zum einen die internen Abläufe optimiert, die Ressourcennutzung verbessert und gleichzeitig die Aktivitäten im Unternehmen nachhaltiger gemacht.

Corporate Social Responsibility und Prozessmanagement als Grundsteine für die Zukunft

Je nach Komplexität der Prozesse bedeutet die Prozessoptimierung viel Aufwand für die Unternehmen. Zumindest aber muss das Engagement oder wie es in Englisch heißt, das Commitment innerhalb der Führungsetage vorhanden sein, um Prozessoptimierungs-Initiativen im eigenen Unternehmen realisieren zu können. Damit ist häufig schon ein erster Grundstein gelegt, um die Abläufe eines Unternehmens auch im Sinne der Nachhaltigkeit optimieren zu können. Es ist doch nicht schlecht, wenn ich durch die Ergebnisse der einen Initiative auch dem Umweltschutz stärker nachgehen kann. Und vielleicht ist dieses Argument sogar für Mitarbeiter, die einem Prozessoptimierungs-Vorhaben kritisch entgegen stehen, ein Grund, sich dafür zu öffnen und das Projekt aktiv zu unterstützen.  

In diesem Zusammenhang ist es spannend zu sehen, dass laut einer Studie von HP, mit mehr als 20.000 Studienteilnehmer, 46% der Befragten gerne in einem Unternehmen arbeiten möchten, dass ein nachhaltiges Konzept verfolgt. Sogar 58% der Befragten wählten Nachhaltigkeit als ein Kernthema für die Bindung der Mitarbeiter aus. 

Das zeigt, wie wichtig die Nachhaltigkeit für ein zukunftssicheres Unternehmen ist.  

Prozessmanagement und Corporate Social Responsibility sind also eine perfekte Kombination um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Lesehinweis: Es gibt zum Thema Prozessmanagement und Nachhaltigkeit ein Kapitel im Buch “Prozessmanagement in der Praxis”, erschienen im Springer Verlag.

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